Aktuell


Gesprächsreihe Art in Conflict
Gessnerallee Zürich 

Mittwoch, 10. Juni 2026, 17.30 – 19.00 CEST
Stall 6, Gessnerallee 6, Zürich & Zoom 
Live-Übertragung in die Mediathek der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel, Freilager-Platz 1, Münchenstein, 8. OG

Zugehörigkeit, Verlust und die Sprache der Kunst 

mit Vida Rucli (Architektin, Kulturschaffende, Robida Collective), online zugeschaltet, und Fazil On Yu (Tänzer, Choreograf, Aktivist und Performance-Künstler), vor Ort anwesend

Was kann Kunst in von Krisen betroffenen Regionen bewirken? Wie engagieren sich Kunstschaffende für menschliche Begegnung und friedliche Konfliktbearbeitung und was sind Bedingungen für diese Arbeit? Die Reihe Art in Conflict widmet sich grundlegenden Fragen der internationalen Friedensarbeit in einem Austausch mit unterschiedlichen Praktiker*innen und Wissenschaftler*innen. In Form von Tischgesprächen mit jeweils zwei Gästen, werden spezifische Themen dieser Arbeit aufgegriffen, die sowohl auf praktischen Erfahrungen als auch auf theoretischen Überlegungen basieren. Die Gespräche werden moderiert vom Team der artasfoundation, der Schweizer Stiftung für Kunst in Konfliktregionen, die seit 2012 Kunstprojekte initiiert und organisiert. 

Vida Rucli, Mitglied des interdisziplinär arbeitenden Robida Collective, das – als Teil der slowenischen Minderheit in Italien – im Grenzdorf Topolò/Topolove aktiv ist, und Fazil On Yu, in Uganda geboren und heute in der Schweiz lebender Performance-Künstler, der ebenfalls interdisziplinär und kollaborativ arbeitet, treten in ein Gespräch über Zugehörigkeit, Verlust und Geschichte. Dies der Frage folgend, wie Dialoge entstehen können – trotz aller Unterschiedlichkeit. Dabei geht es nicht nur um die Begegnung zwischen Menschen, sondern auch um die Beschäftigung mit Orten, Landschaften und Erinnerungen. Wie lässt sich in einer Welt, die von Migration, Mehrsprachigkeit und kolonialen Nachwirkungen geprägt ist, ein offenes Gespräch führen? Und welche Rolle spielt die Kunst dabei, neue Räume des Zuhörens und Verstehens zu schaffen?

Eine spontane Teilnahme vor Ort ist jederzeit möglich. Mit vorgängiger Anmeldung ist eine Teilnahme via Zoom möglich. Eintritt frei. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Für die Veranstaltung am 10. Juni 2026 bitte hier anmelden!

Die Veranstaltung ist Teil einer monatlichen Reihe, die das ZKF – eine Initiative von artasfoundation und ZHdK – gemeinsam mit dem Theater Gessnerallee durchführt. Hier abonniert ihr das Programm von Art in Conflict und bleibt regelmässig informiert. 



Die Termine der nächsten Runde werden hier im Juni 2026 angekündigt. 


Art in Conflict – Practice #3

Unsichtbare Geschichten sichtbar machen – das filmische Schaffen von Nicole Vögele

20. Mai 2026, Screening um 17.30 Uhr, anschliessend findet um 20.15 Uhr ein Gespräch mit der unabhängigen Filmemacherin und Journalistin Nicole Vögele statt

Art in Conflict – Practice ist ein Spin-off der Art-in-Conflict-Gesprächsreihe, in dem die dort reflektierten Ansätze praktisch angewandt werden.

THE LANDSCAPE AND THE FURY (Schweiz 2024, 138 min) entstand in Ravnice im Nordwesten Bosniens, wo noch immer Minen aus dem Bosnienkrieg liegen und eine europäische Aussengrenze verläuft. Inmitten dieser Landschaft herrscht dennoch die Normalität des Alltags und eine gelebte Solidarität zwischen den Bewohner*innen. Doch wie lässt sich die absurde Geschichte der 932 Kilometer langen EU-Aussengrenze zwischen Kroatien und Bosnien-Herzegowina erzählen? Und wie findet man Bilder für eine Gewalt, die sich gerade durch ihre Unsichtbarkeit ausdrückt entlang einer scheinbar endlos grünen Grenze? Nicole Vögele hat nach eigenen Worten ein „Kaleidoskop des Schmerzes in den raschelnden Blättern“ gesucht um „diesen Fleck Erde, diesen Fleck Weltenseele filmisch zu ertasten“.

Nicole Vögele, THE LANDSCAPE AND THE FURY, Schweiz 2024, 138 min, Sprachen: Bosnisch, Dari, Farsi, Kurdisch, Sorani, Punjabi; Untertitelung: Englisch

Eine spontane Teilnahme vor Ort ist jederzeit möglich. Mit vorgängiger Anmeldung ist eine Teilnahme via Zoom möglich. Eintritt frei. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Für die Veranstaltung am 20. Mai bitte hier anmelden!
 

Art in Conflict – Practice #4

PASSAR IL CUNFIN – GRENZ/ÜBERTRITT

Wanderworkshop 11.–12. Juni 2026
mit Vida Rucli im Val Müstair

Art in Conflict – Practice ist ein Spin-off der Art-in-Conflict-Gesprächsreihe, in dem die dort reflektierten Ansätze praktisch angewandt werden.

Auf ausgewählten Wegen werden wir Geschichten und Konzepte über Grenze(n) austauschen – von sichtbaren Landeslinien über Baum- und Nebelgrenzen bis zu sprachlichen, persönlichen und fast unsichtbaren Grenzverläufen, die das Tal durchziehen. Vida Rucli führt das Gespräch von Art in Conflict (10. Juni, Gessnerallee Zürich) in die Praxis fort. 

Wir laden euch ein zu einem Wanderworkshop in der Grenzregion Val Müstair, in dem Gehen, Hören und Erzählen zu Methoden des gemeinsamen Forschens werden. Die Teilnehmenden sind eingeladen, ihre eigenen Konzepte, Vorstellungen und Perspektiven zu teilen. Die Wanderung bleibt durch zahlreiche Stopps eher gemütlich, führt jedoch über die Baumgrenze hinaus und kann daher steile Wanderwegabschnitte beinhalten. 

Sprachen: Deutsch, Englisch, Italienisch, Rätoromanisch

Do 11. Juni 19.00 Uhr   
Erstes Zusammenkommen am Feuer (Val Müstair; genauer Ort wird noch bekanntgegeben)
Fr 12. Juni 09.30–18.00 Uhr
Wanderung 

Preise: 
• 0–50 CHF – für Menschen mit begrenzten finanziellen Mitteln
• 70 CHF – regulärer Beitrag
• 140 CHF – Unterstützungsbeitrag (ermöglicht anderen die Teilnahme)

Anmeldung bis 31. Mai 2026

 


 

Rundbrief

Aus dem aktuellen Rundbrief

Die Herbstsaison war für das Team der artasfoundation, die mitwirkenden Künstler*innen und unsere regionalen Partner*innen sehr intensiv. Unsere Projekte fanden in den vergangenen Monaten in verschiedenen Regionen statt. Während in diesem Rundbrief nur einige davon vorgestellt werden, werdet ihr in der nächsten Frühlingsausgabe über weitere Projekte lesen. Wie viele von euch versuchen auch wir, uns in einer von Konflikten und Ungleichheit geprägten Welt nicht der Resignation hinzugeben – nicht indem wir wegsehen, sondern indem wir uns engagieren und sichere Räume schaffen, in denen Menschen selbstbestimmt handeln können.


Wir möchten euch zu einer kleinen Übung einladen. Nehmt ein Blatt Papier und einen Stift. Schliesst eure Augen und blickt auf eure persönliche Geschichte zurück. Erinnert euch an drei Momente, die euch zu dem Menschen gemacht haben, der ihr heute seid – der Mensch, der diesen Text liest. Es brauchen keine grossen oder für andere sichtbare Momente zu sein: es sollten konkrete eigene Erlebnisse sein, keine Ideen oder Ereignisse, die für die ganze Welt oder ein ganzes Land von Bedeutung waren – vielleicht ein Buch, ein Gespräch, ein Satz, den euch jemand gesagt hat, ein Anfang oder ein Ende. Schreibt sie auf – nur drei. Betrachtet nun eure Liste. Höchstwahrscheinlich sind diese Momente kleine Begebenheiten, vielleicht damals unbemerkt, aus der Distanz jedoch mit sichtbar tiefem Einfluss auf euch. So verstehen wir auch unsere Projekte. Gemeinsam mit Menschen in Berg- oder Grenzdörfern, Städten oder Nachkriegssituationen schaffen wir solche Momente – scheinbar bescheiden, aber leise transformierend.

1artasfoundation betont, dass die Nutzung von Bezeichnungen und Namen, besonders im Hinblick auf die Konfliktregionen, nicht als Anerkennung oder Nichtanerkennung durch die Stiftung ausgelegt werden sollen. Sie haben in diesem Zusammenhang keinerlei politische Konnotationen.